Eine Patient erzählt …
Wenn Schmerzen, Schlafprobleme und mehrere Erkrankungen den Alltag bestimmen, braucht es eine Behandlung, die den ganzen Menschen in den Blick nimmt. Genau darauf ist die Akutgeriatrie spezialisiert: auf ältere, mehrfach erkrankte Patientinnen und Patienten, deren Selbstständigkeit und Lebensqualität erhalten werden sollen.
Die Akutgeriatrie ist ein spezialisiertes Fachgebiet für ältere, meist hochbetagte und mehrfach erkrankte Patientinnen und Patienten mit akuten gesundheitlichen Problemen. Ziel ist es, nicht nur die akute Erkrankung zu behandeln, sondern auch Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität zu verbessern und möglichst lange zu erhalten.
„Ich hatte einfach permanent Schmerzen“, erzählt Christa Kirchner. „In beiden Beinen, in den Knien, im Rücken – es gab keinen Moment mehr ohne Schmerzen.“ Für die 83-Jährige wurde der Alltag dadurch zunehmend belastend. Ihre Beweglichkeit war stark eingeschränkt, auch der Schlaf litt. Was früher selbstverständlich war, kostete plötzlich viel Kraft.
Nach Rücksprache mit der Akutgeriatrie des Leopoldina-Krankenhauses wurde Christa Kirchner schließlich durch ihren Hausarzt eingewiesen. In der 2025 neu eröffneten Klinik stand zunächst die Frage im Mittelpunkt, woher die Beschwerden kamen – und welche Ursachen hinter den zunehmenden Schmerzen, der eingeschränkten Mobilität und der nachlassenden Belastbarkeit steckten.

„Uns war wichtig, die Beschwerden umfassend abzuklären und gleichzeitig eine spürbare Verbesserung herbeizuführen“, erklärt Dr. Tanja Bauer, leitende Oberärztin der Klinik. Bei Christa Kirchner zeigte sich unter anderem eine Spinalkanalstenose – eine Verengung des Wirbelkanals, die Schmerzen, Gefühlsstörungen und Bewegungseinschränkungen verursachen kann. Die weitere Behandlung erfolgte konservativ und in enger Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der Schmerztherapie. Dabei kamen sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Maßnahmen zum Einsatz. „Wir möchten Lebensqualität erhalten und Selbstständigkeit fördern. Deshalb konzentrieren wir uns nicht nur auf einzelne Symptome“, so Dr. Bauer. Bei Christa Kirchner nahm das multiprofessionelle Team deshalb den gesamten Gesundheitszustand in den Blick. Da sie sich zunehmend schlapp und kraftlos gefühlt hatte, wurde unter anderem eine Blutarmut, eine sogenannte Anämie, abgeklärt – inklusive Magen- und Darmspiegelung.
„Wir möchten Lebensqualität erhalten und Selbstständigkeit fördern.“
Dr. med. Tanja Bauer
Auch ihre bestehende Herzinsuffizienz wurde berücksichtigt: Die Medikation wurde angepasst und optimiert, zudem erfolgte eine kardiologische Mitbeurteilung.
Gleichzeitig arbeitete das Team daran, ihre Alltagsfertigkeiten, Belastbarkeit und Mobilität zu verbessern. Ziele des rund 14-tägigen Aufenthalts waren mehr Ausdauer, mehr Stabilität, eine Senkung des Sturzrisikos – und eine bessere Kontrolle der Beschwerden im Alltag.
„Ich war total happy, als meine Medikamente endlich richtig eingestellt waren“, erinnert sich Christa Kirchner. „Endlich hatte ich wieder Lebensqualität!“
„Wir arbeiten hier in einem multiprofessionellen Team“, erläutert Dr. Bauer das Konzept. Neben ärztlichem Team und Pflege gehören Fachkräfte aus Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Psychologie und Entlassmanagement zur Akutgeriatrie. Bei Bedarf werden weitere Fachdisziplinen eng eingebunden – wie in diesem Fall die Schmerztherapie und die Kardiologie. „So können wir eine bestmögliche, ganzheitliche Versorgung gewährleisten“, so Dr. Bauer.
„Endlich hatte ich wieder Lebensqualität!“
Christa Kirchner
„Ein Aufenthalt in der Akutgeriatrie ist aber kein Urlaub. Man muss aktiv mitmachen und wird gefordert“, weiß Christa Kirchner. Neben Übungen zur Kräftigung und Stabilisation stand bei ihr auch tägliches Fahrradfahren auf dem Programm. Gemeinsam mit dem Neuropsychologen lernte sie zudem Strategien, besser mit den Schmerzen umzugehen.
Für Christa Kirchner hat sich dieser Einsatz gelohnt. „Ich habe das Krankenhaus in einem deutlich besseren Zustand verlassen als bei meiner Einweisung“, resümiert die 83-Jährige.
Heute lebt sie eigenständig und selbstbestimmt in einem Appartement in einer Senioren-Wohnanlage – mit Beschwerden, die deutlich besser kontrollierbar sind, und mit mehr Sicherheit im Alltag. Nur das Essen lässt sie sich täglich bringen. „Ich mag einfach nicht mehr kochen“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.


Akutgeriatrie
Chefarzt: Dr. med. Thomas Musacchio Ltd.
Oberärztin: Dr. med. Tanja Bauer
Telefon 009721 720-4310
Fax 09721 720-884310
E-Mail: [email protected]


