„Erfolgreiche Medizin braucht exzellente Pflege“
Eva Marienfeld ist neue Pflegedirektorin am Leopoldina-Krankenhaus
(Text und Bild: Bernd Meidel)
Am Ende entscheidet nicht allein die Operation oder Intervention über den Behandlungserfolg. Ob eine Wunde komplikationslos heilt, Medikamente richtig wirken, Schmerzen und Komplikationen rechtzeitig erkannt oder Patienten nach einem Eingriff wieder sicher auf die Beine kommen, hängt ganz wesentlich von der Pflege ab. Sie begleitet Menschen rund um die Uhr, beobachtet Veränderungen, koordiniert Abläufe und sorgt dafür, dass medizinische Therapie überhaupt ihre volle Wirkung entfalten kann.

Dafür trägt seit dem 1. Juli 2026 Eva Marienfeld die Gesamtverantwortung am Leopoldina-Krankenhaus. Darüber hinaus hat sie der Geschäftsführer in die Krankenhausleitung berufen, wie auch den Kaufmännischen und den Ärztlichen Direktor. Ein Modell, das keineswegs selbstverständlich ist. In vielen Kliniken ist die Pflege lediglich in der erweiterten Führungsstruktur eingebunden. „Die Pflege ist Gastgeber auf Station“, sagt Eva Marienfeld. Das beschreibt die tägliche Realität im Krankenhaus. Denn während Ärzte Visiten durchführen, Operationen und Untersuchungen durchführen und Therapien festlegen, ist die Pflege auf Station rund um die Uhr an der Seite der Patienten. Sie beobachtet deren Zustand, setzt ärztliche Anordnungen um, erkennt Veränderungen oft als Erste und gibt ihre Einschätzung unmittelbar an die behandelnden Ärzte weiter. Ohne diese enge Zusammenarbeit wäre moderne Medizin kaum denkbar. „Wir sichern den Therapieverlauf“, beschreibt Marienfeld die Aufgabe der Pflege. Gerade deshalb sei die Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Ärzten und Pflegekräften entscheidend. Im Leopoldina funktioniere dieses Miteinander bereits heute ausgesprochen verlässlich.
Von der Krankenschwester in die Krankenhausleitung
Der Weg an die Spitze der Pflege begann ganz klassisch. Eva Marienfeld absolvierte zunächst ihre Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin und arbeitete anschließend am Juliusspital Würzburg. Schon früh wollte sie Verantwortung übernehmen und die Pflege nicht nur am Patientenbett, sondern auch organisatorisch weiterentwickeln. Dafür studierte sie an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt Pflege- und Gesundheitsmanagement. Anschließend wechselte sie zur Diakonie. Dort leitete sie drei Jahre lang eine Beratungsstelle für pflegende Angehörige und sammelte auch erste Führungserfahrungen. Es folgte der nächste Karriereschritt: Von 2015 bis 2023 verantwortete sie die Diakoniestationen Schweinfurt-Land. Dann wollte sie sich wieder verändern. „Eigentlich war es fast Zufall“, erinnert sie sich. Im Stellenportal des Leopoldina entdeckte sie die Ausschreibung für eine Position als Pflegedienstleitung. Bewerbung, Rückruf, Vorstellungsgespräch, Hospitation und schließlich die Zusage folgten Schlag auf Schlag. „Der Wechsel von der Altenhilfe in den Krankenhausbereich war ein großer Schritt.“ Ein Schritt, den sie bis heute nicht bereut. Bereits 2025 wurde sie stellvertretende Pflegedirektorin. Nachdem ihr Vorgänger ausgeschieden war, führte sie den Bereich zunächst kommissarisch. Seit dem 1. Juli 2026 trägt sie nun offiziell die Verantwortung als Pflegedirektorin. „Ich bin hier angekommen. Das Haus bietet viele Möglichkeiten, sich selbst weiterzuentwickeln und gemeinsam etwas zu gestalten.“
Pflege ist weit mehr als Pflege
Wer von „Pflege“ spricht, denkt meist zuerst an Krankenschwestern auf den Stationen. Tatsächlich umfasst der Bereich der Pflegedirektorin deutlich mehr. Dazu gehören sämtliche Berufsgruppen, die – mit Ausnahme der Ärzte – unmittelbar an der Versorgung der Patienten beteiligt sind; also neben den Pflegefachpersonen unter anderem die OP- und Anästhesie- Pflege, die Pflegekräfte und medizinischen Fachangestellten der Zentrale Notaufnahme, der Sozialdienst, die Physikalische Therapie oder Case Management. Entsprechend breit ist ihr Aufgabenfeld. Im Kern nennt Marienfeld drei Schwerpunkte:
Im Detail geht es um Personalplanung, Qualitäts- und Pflegestandards, Zertifizierungen, Personalentwicklung, Karrierepfade, Mitarbeitergespräche, Ressourcenplanung oder die Organisation von Schulungen. Werden beispielsweise neue medizinische Verfahren oder Bereiche eingeführt, müssen Räume, Betten, Personal, Fortbildungen und Abläufe gleichzeitig geplant werden – immer in enger Abstimmung mit den ärztlichen Fachabteilungen, dem Technischen Dienst, der Medizintechnik und vielen weiteren Bereichen und Abteilungen.
„Wir brauchen ein modernes Führungsverständnis.“
Eva Marienfeld
„Jede Operation braucht kompetente Nachsorge. Nur so kann Heilung gelingen. Die Pflege trägt dafür eine zentrale Verantwortung.“
Eva Marienfeld
Pflegequalität braucht gute Führung
Eva Marienfeld legt Wert auf die Weiterentwicklung der Führungskultur. Führungskräfte werden deshalb gezielt qualifiziert. Zum einen im Rahmen eines Leadership-Studiums an der Hochschule Ansbach, zum anderen auch in einem eigens konzipierten Programm zur Führungskräfteentwicklung.
Dabei gehe es ebenso um Wertschätzung wie um Eigenverantwortung. Unterschiedliche Generationen mit unterschiedlichen Erwartungen müssten erfolgreich gemeinsam arbeiten können. Zudem wichtig: Lean Management; also schlanke Prozesse, klare Verantwortlichkeiten und möglichst viel Eigenverantwortung der Mitarbeiter sollen die wirtschaftliche Zukunft kommunaler Krankenhäuser sichern. Gleichzeitig müsse die hohe Versorgungsqualität erhalten bleiben. Mit Sorge blickt Marienfeld auf die bundespolitischen Veränderungen bei der Krankenhausfinanzierung. Sollte sich die Finanzierung der Pflege künftig verändern, werde dies viele Kliniken vor große Aufgaben stellen.
„Unser Ziel bleibt trotzdem unverändert: Die Pflege auf einem hohen qualitativen Niveau zu halten.“ Konkret meint sie neue Möglichkeiten eines dualen Studiums und die weitere Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit. „Die Pflege ist dabei der Motor.“

„Sport macht den Kopf frei.“
Wer täglich Personal führt, Strategien entwickelt und Verantwortung für mehrere hundert Mitarbeiter trägt, braucht einen Ausgleich. Für Eva Marienfeld heißt dieser Ausgleich Bewegung. Bei nahezu jedem Wetter geht sie laufen, joggen oder fährt Fahrrad – notfalls auch im Dunkeln mit Stirnlampe.
Die Pflege begleitet Patienten 24 Stunden täglich und sorgt dafür, dass medizinische Therapien sicher und erfolgreich umgesetzt werden.
Eva Marienfeld
Besonders gern fährt sie bergauf. Früher im Allgäu und in Südtirol, heute oft durch die Weinberge Mainfrankens. Oben angekommen gibt es einen Cappuccino und den Blick über die Mainschleife, bevor es weitergeht. „Das macht den Kopf frei.“ Oft begleitet sie dabei ihre fünfjährige Tochter Rosa auf ihrem kleinen Fahrrad. Auch ihr Mann radelt gerne mit.
Familie, Beruf und Bewegung funktionieren dank klarer zeitlicher Struktur glatt. Ihre 90-Prozent-Stelle erfüllt Eva Marienfeld vor Ort im Krankenhaus. Denn genau dort laufen die Fäden der Pflege zusammen.


Geschäftsbereich Pflege und patientennahe Dienste
Pflegedirektorin
Eva Marienfeld
Sekretariat:
Sonja Schätzle
Telefon 09721 720-3131
Fax 09721 720-2929
E-Mail: [email protected]
Weiterführende Links:

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