„Wir wollten die Wege so kurz wie möglich halten“
Warum das Sanitätshaus Häusner auf die Nähe zum Leopoldina setzt
Seit 2014 hat das Schweinfurter Sanitätshaus Häusner eine Filiale im Gesundheitspark direkt am Leopoldina. Patrick Häusner erzählt, warum dieser Standort für sein Unternehmen besonders ist und was Patienten und Klinik davon haben.
Herr Häusner, Ihr Sanitätshaus hat mehrere Filialen. Welche Rolle spielt der Standort im Gesundheitspark?
Eine besondere. Wir arbeiten seit Jahren mit dem Leopoldina zusammen. Als 2013 der Gesundheitspark gebaut wurde und klar war, dass wir dort einen Standort bekommen können, mussten wir nicht lange überlegen. Wir sehen uns als Partner des Leo und wollten die Wege so kurz wie möglich halten. 2014 sind wir eingezogen, und die Entscheidung hat sich als richtig herausgestellt.
Wann zahlt sich die räumliche Nähe aus?
Vor allem für die Patienten im Gesundheitspark. Wer dort aus einer Arztpraxis kommt und Kompressionsstrümpfe, Bandagen oder Orthesen braucht, hat nur wenige Schritte zu uns und kann das Hilfsmittel meistens gleich mitnehmen. Auch das Leo profitiert: Braucht die Klinik kurzfristig etwas, etwa Knieorthesen, Walker nach Knöchelbrüchen oder Gehstützen, können wir sofort reagieren.
Ein wichtiger Schritt ist der Übergang von der stationären Behandlung zur Entlassung. Wie begleiten Sie den?
Wir stehen in engem Austausch mit den Patienten und mit den zuständigen Stellen im Krankenhaus, etwa dem Sozialdienst beim Entlassmanagement. Meldet sich das Leo bei uns, weil nach einer OP ein Pflegebett, ein Rollstuhl oder andere Hilfsmittel für die Pflege zu Hause nötig sind, sorgen wir dafür, dass die Sachen möglichst schon vor der Entlassung beim Patienten stehen. Das entlastet das Pflegeteam, das die Entlassungen so planen kann, wie es für die Station passt.
Ihr Unternehmen ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Was hat sich dadurch verändert?
Unser Liefergebiet ist deutlich größer geworden. Es reicht heute von Schweinfurt und dem Umland bis nach Oberfranken und Südthüringen. Davon profitieren gerade die vielen Patienten, die von weiter her ins Leopoldina kommen: Auch bei ihnen sind die Hilfsmittel rechtzeitig zu Hause.
Wo tut sich in Ihrer Branche gerade am meisten?
Eigentlich überall. Bei individuell gefertigten Hilfsmitteln geht der Trend klar zur digitalen Fertigung. Statt eines Gipsabdrucks machen wir immer öfter einen 3D-Scan des Körperteils, und das Hilfsmittel entsteht im 3D-Drucker. Das ist nicht für jeden Fall die beste Lösung, deshalb schauen wir genau, was der einzelne Patient braucht. Aber es erweitert unseren Werkzeugkoffer.
Welche Rolle spielt die Kostenübernahme durch die Krankenkassen?
Eine große. Die Kassen prüfen sorgfältig, und das ist bei begrenzten Mitteln auch verständlich. Wichtig ist, dass wir gut dokumentieren, warum ein Hilfsmittel gebraucht wird. Wenn noch Angaben fehlen, sagen wir den Patienten, was sie nachreichen sollten. Dann klappt es in aller Regel.
Wie blicken Sie insgesamt auf die Versorgung in Deutschland?
Bei allen Diskussionen über das Gesundheitssystem: Wir haben hier ein sehr hohes Niveau. Wer sich etwas bricht, wird nach dem Stand der Technik versorgt, unabhängig von Einkommen oder Lebenssituation. Das ist in vielen Ländern keine Selbstverständlichkeit.
